Mediation

Mediation in Bonn

Foto: Karoline Caesar

In festgefahrenen Situationen spricht man anders miteinander, wenn man eine dritte Person bittet, das Gespräch zu moderieren. Hinter gegensätzlichen Positionen liegt meist ein tieferes, verborgeneres Thema, dessen Verständnis der Schlüssel zur Lösung ist. Die spezielle "Sprache" der Mediatorin ermöglichen es, dieses behutsam transparenter zu machen.

Aufgrund der gründlichen Ausbildung von uns MediatorInnen gelingt es bereits in wenigen Stunden, den wichtigsten Ursachen auf den Grund zu gehen und darauf aufbauend erste Schritte in Richtung einer Lösung zu befördern.

Meine Aufgabe ist es, für ein faires Gespräch zu sorgen, das um Längen besser ist als Streit und bei dem Sie nicht noch einmal das Schlimme wiedererleben müssen. Ich bringe Sie in der Reihenfolge und mit den Formulierungen zum Sprechen, dass Sie die Situation besser anschauen können und innerlich entspannen. 

Mein Ansatz fokussiert auf die Herausarbeitung von Interessen und Bedürfnissen sowie Dyamiken der Interaktion. Hierbei verwende ich systemische Ansätze. Eine Mediation kann 2-5 Termine (jeweils 1,5 h) brauchen oder länger dauern.

Infografik: Karoline Caesar - hochaufgelöst zum Download

FAQ Mediation

In Konflikten möchte man sich in sicheren Händen fühlen - daher hier ein paar Informationen zum Prozess und zu den Rahmenbedingungen für Mediation. Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie mich gern! Ein Erstgespräch ist immer unverbindlich und kostenlos.

Mediatorin-Karoline-Caesar-BonnFoto: Stefan Wiede

Erstgespräch buchen

Muss mein ganzes Team an einem Coaching teilnehmen, oder reicht es, wenn ich als Führungskraft lerne, besser zu vermitteln?

Wenn Sie als Führungskraft Ihre eigene Konfliktlösungs-Kompetenz stärken und nicht gleich das ganze Team mitnehmen, sind Sie keine schlechte Führungskraft, sondern klug. Sie investieren nämlich langfristig in etwas, das Sie selbst immer wieder einsetzen können - und damit werden Sie vielen Mitarbeitenden Gutes tun können. Grundlagen von Mediation können in einem Coaching erworben werden. Wenn ein Fall sehr hoch eskaliert ist oder die Führungskraft selbst involviert ist, kann ein Coaching sogar wirksamer sein. Wenn alles nichts hilft, kann man sich immer noch für eine Mediation entscheiden. Oder Sie arbeiten mit einzelnen Teammitgliedern, die für die anderen sprechen dürfen oder um die es in erster Linie geht.

Was ist der Unterschied zwischen einem kulturellen Missverständnis und einem echten Konflikt?

Konflikt macht sich meistens emotional stärker bemerkbar - belastet mehr. Ein kulturelles Missverständnis kann eine Kombination aus Genervt-Sein und Faszination sein. Wenn beide Seiten ihre Interessen als unvereinbar ansehen, hat das eine ganz andere Dimension - denn dann geht es in Richtung Konflikt. Bei kulturellen Missverständnissen entstehen manchmal innere Konflikte - eine Person denkt, sie müsse sich anpassen oder bemüht sich nach Kräften den Konflikt zu lösen, es kommt aber nichts bei der anderen Seite an. Daher sollte man bei interkultureller Zusammenarbeit gerade als Führungskraft Einzelgespräche führen, gute Fragen stellen, gut beobachten und Kultur und Individuum getrennt sehen. 

Wir arbeiten mit Partnern in Asien/Osteuropa/Lateinamerika – kann Mediation überhaupt helfen?

Gerade Veränderungsprozesse wie die Einführung von Nachhaltigkeits-Standards entlang ganzer Lieferketten führt in der internationalen Zusammenarbeit zu Herausforderungen, die professionell begleitet werden sollten, um Zeit und Kosten zu sparen. Gleichzeitig bieten sich hier Chancen - gerade Nachhaltigkeit eignet sich als verbindendes Ziel, durch gemeinsame Arbeit daran lernt man einander noch besser kennen. Allerdings können Personalwechsel den Beziehungsaufbau verindern, Online-Kommunikation manchmal echten Kontakt nicht ersetzen - und dazu kommen teils verschiedene Kontexte. Mediation ist ein Verfahren, das kulturell gut anschlussfähig ist. Ich kommuniziere interkulturell angepasst, kenne Kontexte, Regularien und die Operationalisierung staatlicher Vorgaben, daher kann ich als Mediatorin effektiv darauf einwirken, dass mit internationalen Partnern Win-Win-Lösungen erzielt werden.

Was ist der erste Schritt hin zu einer Mediation?

Zuerst finden wir die Rahmenbedingungen für die Mediation heraus. Ein Telefonat reicht aus, wir können auch einen Zoom-Call vereinbaren: Ist Ihr Fall für eine Mediation geeignet? Wer hat wirklich Interesse an der Mediation? Wer zahlt und beauftragt sie, wer ist dabei ...? Sie sollten möglichst schon wissen, dass die zweite Seite auch Interesse hat, denn überzeugen kann ich sie als Mediatorin nicht. Wenn es um einen Fall geht, wo der Auftraggeber nicht selbst Teil des Konflikts ist,  prüfen wir, ob die Mediationsprinzipien dennoch funktionieren können. Dann vereinbaren wir ein Erstgespräch mit den am Konflikt beteiligten Personen

Wie stellen wir sicher, dass wir miteinander arbeiten können?

In einem ersten gemeinsamen Erstgespräch erläutere ich einige Prinzipien und Gesprächsregeln der Mediation und stelle sicher, dass die Anwesenden wirklich alle mit diesen Regeln und miteinander arbeiten möchten. Prinzipien sind: Eigenverantwortlichkeit, Freiwilligkeit, Vertraulichkeit und die Allparteilichkeit der Mediatorin. Gesprächsregeln sind: Respektvolles Zuhören - kein Unterbrechen; für sich selbst sprechen. grobe Sprache unterlassen; regelmäßige Teilnahme an Sitzungen.

Ist so ein Prozess verbindlich?

Damit Mediation etwas bringt, vereinbaren wir nach dem Vorgespräch die Anzahl der Sitzungen und setzen einen Mediationsvertrag von cirka 1 Seite auf, der unterschrieben wird. Daher - ja, schon verbindlich. Aber natürlich ist man freiwillig dabei und kann den Prozess jederzeit abbrechen.

Was tun Sie, damit wir uns trotz Spannungen verständigen können?

Gute Frage! Zum einen stelle ich Fairness sicher, z.B. durch genau gleiche Redezeit, deren Einhaltung ich überwache. Zum anderen reden Sie zuallererst mal mit mir, die andere(n) sitzt/sitzen dabei und hört/hören zu. Ich werde Ihnen empathisch zuhören, und wer nicht redet, kann sich Notizen machen, um nicht zu vergessen, was er/sie zu den vorgebrachten Punkten sagen möchte. Es gibt auch die Option von Einzelgesprächen. Außerdem setze ich verschiedene Techniken ein, um Sie zu unterstützen und um Sie ganz allmählich ins Gespräch miteinander zu bringen.

Was tun Sie dafür, um wirklich allparteilich bleiben zu können?

Zum einen habe ich ein durch meine Ausbildung, Schulungen und Erfahrung erworbenes Konfliktverständnis, das beinhaltet, dass man nicht nach Schuldigen sucht, stattdessen die Komplexität der Ursachen beleuchtet und jeden einzelnen Menschen annimmt. Das bedeutet nicht zuzustimmen, aber jeder Sichtweise verständnisvoll zu begegnen. Mit meinen Analyse-und Kommunikationstools stelle ich professionellen Abstand her und kann dazu beitragen, dass eine andere Ebene im Konflikt sichtbar wird, die im optimalen Fall zu einem Wendepunkt führen kann. Außerdem reflektiere ich die Mediationen in Supervision oder in Intervisionsgruppen, um mir fachliche Meinungen Dritter und Feedback einzuholen. 

Wie stellen Sie sicher, dass vereinbarte Ergebnisse am Ende der Mediation umgesetzt werden?

Dies obliegt den Teilnehmenden des Konflikts - ABER..... es gibt Hilfestellung. Neben einem Maßnahmenplan, den die Teilnehmenden am Ende gemeinsam erarbeiten können, gibt es die Option einer schriftlichen, rechtsgültigen Vereinbarung, die beim Anwalt oder Notar hinterlegt werden kann. Eine weitere Möglichkeit ist eine Nachbesprechung.

Was Mediation von anderen Gesprächen unterscheidet?

Mediation_anders_Zuhören

"Sie wiederholen immer soviel, was wir sagen!" höre ich oft - Mediation geht ziemlich tief ins Gespräch rein und verlangsamt dadurch im Gegensatz zu anderen Methoden das Tempo, arbeitet gründlicher. Eine Mediatorin hinterfragt, dreht, fühlt nach, schaut nochmal hin, kümmert sich, stellt sicher, dass es gut geht, läuft jedem Wort und jedem Blick einzeln hinterher... So dass Sie spüren: "Ich bin okay mit meinem Konflikt. Selbst wenn die andere Seite mich schwierig findet." Und die andere hört Sie aber auch, aber in einer ganz anderen Atmosphäre.

Am Ende kommt es auf Sie an - ich bin, wo nur möglich, für effiziente Verfahren bekannt - Dinge klar auf den Punkt  zu bringen und auch mal pragmatisch zu arbeiten. 

Berührt bin ich manchmal, wenn Konfliktparteien einander im Grunde wirklich schätzen, sogar im Streit. Dann geht es wirklich und nachhaltig vorwärts.

Hier finden Sie zur weiteren Information das Mediationsgesetz, die dazugehörige Rechtsverordnung und die Webseite des Bundesverband Mediation.


Oder doch ein Coaching?